Denken die Leute überhaupt nach, bevor sie den Mund aufmachen?

Nicht immer, meiner Meinung nach. Manche wahrscheinlich gar nicht.

Hier ein paar Beispiele:

 

Beispiel Nummer 1:

Als ich mit meiner Tochter schwanger war, haben wir im letzten Drittel der Schwangerschaft ein 3D-Ultraschall machen lassen, weil wir unserem kleinen Wunder ins Gesicht sehen wollten.

Als wir dann die bezaubernden Bilder hatten, sind wir damit natürlich zu den Großeltern gefahren.

Meine Schwiegermutter hat einen Blick aufs Bild geworfen und mich gleich angeschnauzt. Der Grund war, dass die Nabelschnur an der Schulter zu sehen war. AN der Schulter, nicht dreimal um Hals gewickelt mit Seemannsknoten.

SM: Also wirklich, siehst du denn nicht, dass sie die Nabelschnur um den Hals gewickelt hat? Ich sag Dir, ihr werdet noch sehen, sie wird sich damit erdrosseln und dann habt ihr den Salat. Ich weiß nicht, was du dir dabei gedacht hast.

Ich: Nein, sie wird sich nicht damit erdrosseln, weil sie da nur liegt und auf dem Bild zufällig zu sehen ist.

SM: Oh doch, das wird sie. Woher willst du wissen, dass sie es nicht tun wird?

Ich: Weil der Doktor es auf den anderen Bildern und dem Bildschirm gesehen hat.

SM: Du wirst es noch sehen, dass ich recht behalte.

Diese Frau hat wahrscheinlich gedacht, dass ich diese Nabelschnur höchstpersönlich mit bloßen Händen hingelegt habe, damit mein Kind bei der Geburt daran erstickt. Klar doch!

Ab da hatte ich natürlich ständig Angst, dass es tatsächlich passieren könnte. Bei jedem Frauenarzt Besuch, bat ich die Ärztin zu schauen, ob alles in Ordnung war

Stellt Euch mal vor was tatsächlich passiert ist:

NIX! Aber fast 14 Woche Angst hatte ich. Danke dafür du Hohlfrucht.

 

Beispiel Nummer 2:

Als dann die kleine Maus auf der Welt war, haben wir uns ein Babyphone mit Sensorplatten gekauft. Durch die ganzen Medikamente, die ich in der Schwangerschaft nehmen musste, haben wir halt mehr Angst, dass sie einfach aufhören könnte zu atmen. Diese Platten legt man unter die Matratze und die registrieren, wenn das Kind aufhört zu atmen. Geschieht dies, wird ein ziemlich lauter schriller Ton abgegeben, sodass die Eltern und auch das Kind aus dem Schlaf geschreckt werden. In den meisten Fällen reicht es schon, damit das Kind dann weiter atmet.

Nun zur Geschichte:

Wir saßen beim Schwager beim Käffchen und haben uns über die Anschaffungen für unsere Tochter unterhalten. Dabei kam eben die Sprache auf den Preis (waren knapp 160 €)  und die Besonderheit dieses Babyphones.

SM: Und welchen Nutzen soll dieses teure Teil denn haben? Reicht nicht auch eins was vielleicht nur 20 € kostet? Sie hat ja eh nichts davon. Anderen Eltern reicht es auch ein günstiges Model zu kaufen.

GötterGatte: Nein, es reicht nicht. Dieses Gerät sendet nur dann, wenn tatsächlich was passiert und nicht ständig. Außerdem spielt Geld keine Rolle. Wir wollen so gut wie möglich abgesichert sein, falls was passiert.

SM: Was ist denn daran so besonders, mal wieder? Ihr müsst ja immer irgendwelche Besonderheiten haben.

GG: Es hat die beiden Sensormatten, die einen Warnton abgeben, wenn die Maus aufhört zu atmen.

SM: Ja, aber dann wird sie ja wach? Du bekommst ja jetzt schon kaum Schlaf und dann wirst du wegen jedem Atemaussetzer geweckt? Habt Ihr es euch auch gut überlegt? Außerdem hört eine gute Mutter es, wenn das Kind nicht mehr atmet.

Ich dachte, dass es ein Scherz sein sollte. Wie soll ich den hören ob sie noch atmet oder nicht, wenn ich gar nicht im Raum bin? Soll ich immer daneben sitzen, wenn die Kleine schläft? Plötzlicher Kindstod ist eine sehr schlimme Sache. Alle Eltern haben davor Angst.

Ich: Es ist Sinn der Sache, dass sie und auch wir wach werden. Kinder vergessen es manchmal einfach, dass sie atmen müssen. Wenn Sie dann von diesem Ton erschreckt werden, atmen sie weiter. Es hat nichts damit zu tun, was für eine Mutter man ist.

Im Grunde ist ihrer Meinung nach, jede Mutter die ihr Kind verliert eine schlechte Mutter, weil sie es nicht „gehört“ hat, dass das Kind nicht mehr atmet.

SM: Ich weiß nicht, das ist doch alles nur teurer Schnick-Schnack. Wir hatten sowas vor 30 Jahren nicht und es ist kein Kind gestorben. Heute muss aus jeder Mücke ein Elefant gemacht werden.

Ja, in dieser Familie ist kein Kind verstorben, aber in sehr vielen anderen. Manchmal denke ich, dass das Hirn in Ihrem Kopf nur dazu da ist, dass es zwischen den Ohren nicht so zieht.

 

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