Sehr geehrte Frau Schwiegermutter,

bitte wundern Sie sich nicht,  aber ab jetzt möchte ich Sie gerne wieder sietzen und erwarte dies auch von Ihnen. Das ist unter Fremden doch so üblich, oder?

Die letzten 10 Jahren habe ich gekämpft, geweint, gezweifelt und mich selbst verleugnet. Darauf habe ich nach all der langen Zeit keine Lust und Kraft mehr.

Von Anfang an war ich in Ihrer Familie nicht willkommen. Habe lange gekämpft, um zu zeigen, dass ich gut bin für Ihren Sohn. Leider haben Sie es nie erkannt. Sie haben mir Dinge unterstellt und vorgeworfen, die völlig haltlos und erlogen waren. Ich habe es hingenommen und habe den Frust und den Schmerz runter gewürgt. Ich liebe ihren Sohn und er liebt mich. Seit der ersten Minute. Diese Liebe ist über die Jahre gewachsen und ist stärker geworden. Ich weiß, dass sie mich nie leiden konnten.

Ich erinnere mich noch an eine Passage in einem Ihrer Briefe an Ihren Sohn: „ich bin mir sicher, dass dich deine Frau schon vor die Wahl gestellt hat. Sie oder wir. Wir sind deine Eltern, vergiss das nicht.  Sie hat uns schließlich endlich ihr wahres ich gezeigt“. Niemals hätte ich so etwas getan. Doch auch hier habe ich es runtergeschluckt und habe so getan, als würde es mich nicht berühren. Es hat mir das Herz zerrissen, dass Sie sowas von mir dachten.
Sie selbst sagten mir ein Mal, dass Sie noch nie mit mir ausgekommen sind, weil sie mich nie leiden konnten. Ihrer Beziehung zu Ihrem Sohn haben sie damit keinen Gefallen getan.

Irgendwie fällt es einem schwer über die „guten Zeiten“ nachzudenken, weil ich im Nachhinein weiß, dass es alles nur ein perverses Schauspiel war.

Wir sind jetzt Eltern einer kleiner wunderbaren Tochter. Sie zu bekommen hat mich fast das Leben gekostet. Wären die Ärzte nicht gewesen, würde es mich und das Kind nicht geben. Das scheint Ihnen nicht ganz klar zu sein. Sei es drum.

Ab jetzt werden Sie und ich, uns nur noch zu ganz besonderen Anlässen sehen.
Mein Mann wird Sie weiterhin besuchen, denn Sie sind seine Mutter und er liebt Sie. Trotz der Ablehnung, die Sie ihm entgegen bringen. Auch Ihre Enkelin werden Sie sehen dürfen, auch wenn Sie keinerlei Recht dazu haben. Ich mache das Alles, weil ich meinen Mann über alles liebe.

Leben Sie wohl und glücklich.

„Achja bevor ich es vergesse:
Auf unserem Grundstück haben sie Hausverbot. Nie wieder werden Sie auch nur einen Fuß auf meinen Grund und Boden setzen. Sollte dies jedoch geschehen, werden Sie Ihre Enkelin nie wieder sehen.“ -> Inzwischen würde ich anders denken. Meine Tochter hat Recht auf Ihre Großeltern.

MfG,
NeuMama

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